Stefan RiemeyerGoogle Ads Freelancer

Sale-Preise und Streichpreise in Google Shopping korrekt abbilden

Welcher Wert im Sale in price gehört, wie du sale_price und den Zeitraum setzt und warum Googles Sale-Hinweis keine Prüfung nach PAngV ist.

Stefan Riemeyer/Stand 3.11.2026/5 Min. Lesezeit

Streichpreis = 30-Tage-Tief Normalpreis 100 € Zwischenaktion 89 € Black Week 79 € price 89 €, sale_price 79 € Rechenbeispiel

Im Sale ist price eine Werbeaussage, kein Stammdatum

Sobald du sale_price befüllst, zeigt Google den Wert aus price als durchgestrichenen Originalpreis neben dem Aktionspreis (Google). Damit gibst du in Deutschland eine Preisermäßigung bekannt. Für die gilt § 11 PAngV: Anzugeben ist der niedrigste Gesamtpreis, den du in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung gegenüber Verbrauchern verlangt hast (§ 11 Abs. 1 PAngV).

Meine Einschätzung daraus: Im Sale gehört in price nicht der Normalpreis aus dem Shopsystem, sondern das 30-Tage-Tief. Viele Feed-Exporte schreiben in price schlicht den hinterlegten regulären Preis. Das passt, solange es vorher keine Aktion gab. Es passt nicht, sobald du in den Wochen davor schon reduziert hattest, und das kommt im vierten Quartal häufig vor.

Was der EuGH zum Prozentrabatt entschieden hat

Der EuGH hat im Fall Aldi Süd geklärt, dass eine Ermäßigung, die als Prozentsatz oder als Werbeaussage bekannt gegeben wird, auf Grundlage des niedrigsten Preises der mindestens 30 Tage davor zu bestimmen ist (EuGH, C-330/23). Daraus folgt: Den Tiefstpreis nur zusätzlich zu nennen und den Rabatt vom höheren Normalpreis zu rechnen, reicht nicht.

Für den Feed heißt das: Alles, was einen Abstand zwischen zwei Preisen behauptet, muss vom 30-Tage-Tief ausgehen. Das betrifft den Streichpreis in Shopping, das "-20 %" im Anzeigentext, in einer Promotion und auf der Landingpage. Wer den Rabatt im Shop korrekt rechnet, im Feed aber den alten Normalpreis liefert, hat zwei verschiedene Aussagen draußen.

Rechenbeispiel: Black Week nach einer Zwischenaktion

Angenommen, ein Shop verkauft einen Artikel regulär für 100 €. Drei Wochen vor der Black Week läuft eine zehntägige Aktion zu 89 €, danach kostet er wieder 100 €. In der Black Week soll er 79 € kosten.

Feld Was das Shop-Plugin liefert Was nach § 11 PAngV passt
price (durchgestrichen) 100 € 89 € (30-Tage-Tief)
sale_price 79 € 79 €
Rabatt in Anzeige und Promotion -21 % -11 %

Googles eigene Prüfung hätte gegen 100 € nichts einzuwenden. Für den Sale-Hinweis in Deutschland verlangt Google, dass der Rabatt über 5 % und unter 90 % liegt und der Basispreis an 30, nicht zwingend aufeinanderfolgenden Tagen der letzten 200 Tage gegolten hat (Google). 100 € erfüllt das locker. Ein angezeigter Streichpreis ist deshalb kein Beleg dafür, dass er rechtlich sauber ist. Google prüft eine andere Regel mit einem anderen Zeitfenster.

Kaufmännisch kostet die korrekte Variante etwas Wirkung, weil -11 % weniger zieht als -21 %. Die Konsequenz würde ich aber nicht im Feed lösen, sondern in der Aktionsplanung: Wer eine starke Black-Week-Ermäßigung zeigen will, lässt die Zwischenaktion weg oder legt sie früher als 30 Tage vorher, sofern danach wirklich wieder der Normalpreis galt. Was eine Aktion nach Werbekosten übrig lässt, rechnet der Artikel zu Rabattaktionen durch.

So setzt du sale_price und den Zeitraum

  1. price: Bei befülltem sale_price muss zusätzlich price mitkommen (Google). Im Sale ist das der Vergleichspreis, also das 30-Tage-Tief.
  2. sale_price: Der Aktionspreis. Er muss dem Preis auf Landingpage und Bezahlseite entsprechen (Google).
  3. sale_price_effective_date: Start und Ende im ISO-8601-Format mit Zeitzone, etwa 2026-11-27T00:00+01:00/2026-12-01T23:59+01:00. Ohne Zeitzone rechnet Google in UTC, ohne Uhrzeit von 00:00 bis 23:59 (Google). Ohne das Attribut gilt der Aktionspreis sofort (Google).

Der Zeitraum ist der häufigste Grund für Preisabweichungen in Aktionen. Laut Google führt ein falsches Startdatum oder eine falsche Zeitzone dazu, dass ein falscher Preis angezeigt wird (Google). Fehlt die Zeitzone, startet der Aktionspreis in Shopping um 01:00 Uhr deutscher Winterzeit, der Shop aber um Mitternacht. In dieser Stunde widersprechen sich Feed und Landingpage. Ich würde den Zeitraum immer mit +01:00 oder +02:00 setzen.

Der Aktionspreis gilt nur im angegebenen Zeitraum, price ist laut Google der volle Preis, wenn das Produkt nicht im Angebot ist (Google). Dort muss also der echte Shoppreis stehen. Ein vorab hochgeladener Zeitraum funktioniert deshalb nur, wenn das 30-Tage-Tief dem regulären Preis entspricht. Liegt es darunter, stellst du price und sale_price zu Start und Ende gemeinsam per Feed-Update um, aus derselben Quelle, die den Shoppreis umstellt.

Wenn du den Aktionspreis lieber ohne sale_price lieferst, gehört er direkt in price (Google). Dann zeigt Google keinen Streichpreis. Das ist die sichere Wahl, wenn du das 30-Tage-Tief oder die Umstellung nicht sauber steuern kannst.

Wann du sale_price weglassen solltest

Drei Fälle, in denen ich den Streichpreis im Feed nicht setzen würde:

  • Kein echter Abstand zum 30-Tage-Tief. Liegt der Aktionspreis kaum oder gar nicht unter dem Tiefstpreis der letzten 30 Tage, gibt es keine Ermäßigung, die du bekannt geben könntest. Dann Aktionspreis in price, sale_price leer.
  • Dauer-Sale über 30 Tage. Laut Händlerbund wird der rabattierte Preis selbst zum neuen Referenzpreis, wenn eine Aktion länger als 30 Tage läuft (Händlerbund). Ein dauerhaft durchgestrichener Preis ist dann kein Vergleichspreis mehr.
  • UVP als Vergleich. Ob die UVP als Streichpreis dienen darf, ist laut Händlerbund nicht abschließend geklärt (Händlerbund). In price erscheint sie als Originalpreis des Shops, nicht als Herstellerempfehlung. Das würde ich vermeiden.

Händler-Promotions sind etwas anderes als sale_price

Promotions im Merchant Center bilden Rabatte ab, die erst im Warenkorb greifen: Gutscheincodes, Prozent auf eine Kategorie, Gratisversand ab einem Bestellwert. Google trennt das strikt. Sonderangebotspreise sollen nicht als Promotion eingereicht werden (Google), und Rabatte, die schon im Preis auf der Landingpage enthalten sind, sind als Promotion unzulässig (Google).

Steht der reduzierte Preis schon auf der Produktseite, gehört er in sale_price. Muss der Kunde einen Code eingeben oder greift der Rabatt erst an der Kasse, ist es eine Promotion. Beides für denselben Rabatt einzureichen, zeigt dem Nutzer einen doppelten Nachlass, den er nie bekommt.

Zwei Grenzen der Promotions-Richtlinie: Rabatte unter 5 % des aktuellen Preises oder unter dem Gegenwert von 5 $ in Landeswährung, je nachdem was niedriger ist, sind unzulässig, in Deutschland liegt die Schwelle bei 4,50 € (Google). Und auch für einen Prozentrabatt in einer Promotion gilt die Einordnung des EuGH: Bezieht er sich auf einen Preis, der in den letzten 30 Tagen schon niedriger war, rechnet er vom falschen Wert.

Prüfschritt vor jeder Aktion

Vor dem Start würde ich für die Aktionsartikel eine Liste ziehen mit Artikelnummer, Preis der letzten 30 Tage als Minimum, geplantem Aktionspreis und dem Wert, den der Feed in price liefern wird. Jede Zeile, in der price über dem 30-Tage-Minimum liegt, ist ein Fall für Korrektur oder für sale_price leer. Das setzt voraus, dass dein Shop oder dein Feed-Werkzeug die Preishistorie speichert. Wenn nicht, ist das die eigentliche Baustelle vor der nächsten Saison, siehe Vorbereitung der Black Week. Und nach der Aktion gilt ihr Preis selbst als 30-Tage-Tief, eine Black Week zu 79 € begrenzt also den Streichpreis einer Dezemberaktion.

Lehnt Google Produkte wegen falschem Preis ab, obwohl kein Sale läuft, ist das ein anderes Problem, siehe Ablehnung wegen falschem Preis. Wie der Preis selbst die Reichweite in Shopping beeinflusst, steht in Preisposition und Shopping-Reichweite, die Grundlagen zum Feed in Der Feed ist Googles Modell deines Sortiments.

Anschlussfragen

Darf die UVP der durchgestrichene Preis sein?

Das ist laut Händlerbund rechtlich nicht abschließend geklärt. Ich würde die UVP im Feed nicht in price setzen, solange der eigene Preis darunter liegt, weil Google den Wert als Originalpreis des Shops zeigt. Die Frage gehört zu deinem Anwalt.

Gilt das auch für Österreich und die Schweiz?

Der Artikel ordnet nur die deutsche PAngV ein. Österreich und die Schweiz haben eigenes Preisrecht. Wenn du dorthin lieferst, lass die Streichpreis-Logik je Land prüfen, auch ob getrennte Feeds nötig sind.

Quellen

  1. § 11 Preisangabenverordnung: Zusätzliche Preisangabenpflicht bei Preisermäßigungen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  2. Urteil in der Rechtssache C-330/23 (Aldi Süd), Gerichtshof der Europäischen Union
  3. Sonderangebotspreis [sale_price], Google Merchant Center-Hilfe
  4. Gültigkeitszeitraum für Sonderangebotspreis [sale_price_effective_date], Google Merchant Center-Hilfe
  5. Hinweise auf Sonderangebotspreise, Google Merchant Center-Hilfe
  6. Preisabweichung zwischen Feed und Landingpage, Google Merchant Center-Hilfe
  7. Richtlinien für Angebote (Promotions), Google Merchant Center-Hilfe
  8. Streichpreise: Was Händler beachten müssen, Händlerbund
Stefan Riemeyer

Stefan RiemeyerSelbstständiger Google Ads Freelancer für E-Commerce im DACH-Raum. Ich arbeite selbst an jedem Konto, das ich betreue. So arbeite ich an Shopping und Performance Max.

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