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AI Max für Shopping: Google darf Texte schreiben und Zielseiten wählen

Stefan RiemeyerStand 1.11.2026

AI Max 1 Klick Produkttitel Risiko: falsche Aussage Zielseite Risiko: Klicks ohne Kaufabsicht Laut Google bleiben Produktauswahl und Gebot bei dir

Bei rein deutschsprachigem Feed gibt es derzeit praktisch nichts zu aktivieren

AI Max für Shopping ist eine Beta, und die Textanpassung ist laut deutscher Google-Hilfe auf englischsprachige Feeds beschränkt. Die automatische Zielseitenwahl, Final URL Expansion, setzt diese Textanpassung voraus. Spielst du in DACH ausschließlich deutsch ein, ist die Frage vertagt (Stand: November 2026). Betreibst du einen englischen Feed für andere Märkte, stellt sie sich dort schon. Mein Rat für beide Fälle: den Sammelschalter nicht als eine Entscheidung behandeln.

Feed englisch? nein Praktisch nichts zu aktivieren ja Ziel-ROAS? nein Nur Titel ja Titel und Zielseite
Was du aktivieren kannst, laut Google-Hilfe, Stand November 2026

Der eine Klick gibt zwei verschiedene Dinge ab

Laut Google bleiben beim Upgrade per Klick Produkt-Targeting und Gebotsflexibilität erhalten. Das beantwortet, welche Produkte du mit welchem Gebot bewirbst. Was über das Produkt gesagt wird und wohin der Klick führt, wandert dagegen zu Google. Das sind zwei Entscheidungen mit verschiedenem Risiko, auch wenn Google beide Einstellungen zusammen empfiehlt.

Textanpassung Final URL Expansion
Was Google übernimmt Produkttitel je Suchanfrage, aus Feed, Website und generativer KI Zielseite aus gecrawlten Kategorie-, Neuheiten- oder Redaktionsseiten, dazu Textanzeigen
Voraussetzung englischer Feed aktive Textanpassung und Ziel-ROAS
Deine Bremse vorab 25 Begriffsausschlüsse, 40 Einschränkungen für Werbetexte je Kampagne URL-Ausschlüsse, Abschalten beschränkt wieder auf Shopping-Anzeigen
Deine Kontrolle danach Produkttitel-Bericht, nur eine Stichprobe Landingpage-Bericht mit "Automatically selected", Suchbegriffe mit Match Type "AI Max"
Größtes Händlerrisiko (meine Einschätzung) falsche Produktaussage Klicks ohne Kaufabsicht, verlorene Produktzuordnung

Die Funktionsangaben stammen aus Googles Hilfe zu AI Max für Shopping.

Bei den Titeln liegt die Kontrolle hinter der Auslieferung. Laut Google läuft ein generierter Titel nur, wenn er voraussichtlich besser abschneidet als das Original, und er soll auf deinen Daten beruhen. Googles eigenes Beispiel macht aus einem schlichten Sofa-Titel eine Variante mit "Made in USA", also eine Herkunftsangabe. Steht sie korrekt in deinen Daten, ist das gut. Steht auf der Website eine veraltete Material- oder Eignungsangabe, wird sie zur Anzeigenaussage. Ich gehe davon aus, dass du dafür gegenüber Kunden und Wettbewerbern geradestehst, nicht Google; bei heiklen Sortimenten würde ich das juristisch klären lassen. Mit 25 Begriffen deckst du außerdem kein Sortiment ab. Nutze sie für die teuersten Fehler und formuliere den Rest als Einschränkung für Werbetexte, etwa "keine Herkunftsangaben".

Bei den Zielseiten kommen zwei Nebenwirkungen dazu. Die Bindung an Ziel-ROAS heißt: Wer heute anders bietet, hätte zwei Änderungen im selben Test, also erst das Gebot stabilisieren (Ziel-ROAS aus der Marge herleiten). Und die Kampagnenpriorität wirkt laut Google auf Shopping-Formate, nicht auf Final URL Expansion. Mit Prioritäten lässt sich der neue Traffic also nicht einhegen.

Googles 5 Prozent kann kaum ein Shop nachweisen

Laut Google bringt AI Max für Shopping im Schnitt 5 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS, gestützt auf interne Daten für den Handel weltweit. Zwei Rechnungen ordnen das ein.

Erstens der Wert, als Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen. Angenommen, ein Shop macht 200.000 Euro Shopping-Umsatz im Monat bei ROAS 5 und 40 Prozent Deckungsbeitrag vor Werbekosten. Plus 5 Prozent sind 10.000 Euro Umsatz, 4.000 Euro Deckungsbeitrag und 2.000 Euro Werbekosten. Übrig bleiben 2.000 Euro im Monat, und das nur, wenn der gesamte Zuwachs wirklich zusätzlich ist. Ein netter Betrag, aber kein Grund für Eile.

Zweitens die Messbarkeit. Meine Überschlagsrechnung für einen Vergleich zweier gleich großer Arme, Conversions als Zählwerte, 95 Prozent Konfidenz, 80 Prozent Power:

Conversions je Arm = 7,84 × (2 + u) / u², wobei u der relative Uplift ist.

Effekt, den du erkennen willst Conversions je Arm Dauer bei 1.000 Conversions je Arm im Monat Dauer bei 100 Conversions je Arm im Monat
5 Prozent rund 6.400 gut 6 Monate gut 5 Jahre
10 Prozent rund 1.650 gut 7 Wochen gut 16 Monate
20 Prozent rund 430 knapp 2 Wochen gut 4 Monate

Das ist die Untergrenze. Conversion-Wert streut stärker als die reine Anzahl, und ein Vergleich zweier Produktsegmente ist unsauberer als eine Zufallsteilung. Der Test beweist also in den meisten Shops keinen Uplift von 5 Prozent, er kann aber Schaden sichtbar machen. Abbruchkriterien sind deshalb wertvoller als eine Erfolgsschwelle.

So würde ich testen

Googles Experiment mit Kontroll- und Testarm innerhalb einer Kampagne ist für Search-Kampagnen beschrieben. Für Shopping plane ich deshalb mit einem Segmentvergleich. Zeigt dein Konto einen echten Testarm für Shopping, nimm den.

  1. Segmente festlegen. Eine Kategorie oder Margenstufe als Test, eine vergleichbare als Kontrolle, außerhalb deiner Hochsaison. Wähle Segmente, die sich kaum eine Kategorieseite teilen, denn solche Klicks verkaufen später auch Kontrollprodukte. AI Max wird je Kampagne gesteuert, das Testsegment braucht also eine eigene Kampagne. Trenne sie vor der Messung, der Umbau stört das Gebot. smec rät, zuerst nur die Textanpassung an einem abgegrenzten Segment zu testen. Das sehe ich auch so.
  2. Schadensgrenzen setzen. Begriffsausschlüsse, Einschränkungen für Werbetexte und die URL-Ausschlussliste stehen vor dem Start, ebenso die Abbruchwerte unten.
  3. Phase Titel. Nur Textanpassung. Google rät, mindestens zwei Wochen nichts zu ändern. Ich würde danach mindestens vier weitere Wochen auswerten und jede Woche die Titel-Stichprobe gegen die Produktdaten lesen.
  4. Phase Zielseite. Nur wenn die Titelphase sauber war. Vorher klären, welche Kampagne den neuen Traffic abgeben würde, also die Überschneidung mit PMax, Broad Match und DSA. Dann eine dynamische Zielseite mit deiner Tracking-Vorlage aufrufen: Laut Google kann eine unpassende Vorlage zu 404-Seiten führen, und {product_id} bleibt bei diesen Anzeigen leer. Hängt deine Margenrechnung daran, stelle sie vorher um: Google empfiehlt {extensionid} und {adgroupid} an {lpurl}.
  5. Auf Kontoebene bewerten. Das rät auch Google. Mein Grund: Eine einzelne Kampagne kann gut aussehen, weil sie PMax oder Search nur Conversions abnimmt. Zähle den Deckungsbeitrag des Testsegments über alle Kampagnen und vergleiche seine Entwicklung mit dem Kontrollsegment.

Diese Signale beenden den Test

Die Werte sind meine Startwerte, keine Benchmarks. Passe sie an dein Risiko an, bevor der Test läuft.

Signal Wo du es siehst Abbruch, wenn Folge
Falsche Produktaussage Produkttitel-Bericht eine sachlich falsche Angabe zu Material, Herkunft, Eignung oder Lieferumfang Sofort ausschließen, auch innerhalb der zwei Wochen. Beim zweiten Fall Textanpassung aus
Seiten ohne Kaufabsicht Landingpage-Bericht, automatisch gewählte Seiten über 10 Prozent dieser Klicks gehen auf Seiten ohne Produktbezug URL-Ausschlüsse ergänzen. Bleibt der Wert hoch, Final URL Expansion aus
Technischer Fehler Klicktest, Shop-Logs eine 404-Zielseite oder Conversions ohne Zuordnung, die deine Margenrechnung braucht Final URL Expansion sofort aus, Vorlage reparieren
Verschiebung Kampagnenvergleich im Segment mindestens die Hälfte des Zuwachses fehlt in anderen Kampagnen Kein Rollout, der Zuwachs ist kaum zusätzlich
Deckungsbeitrag Shopdaten nach Retouren Rückgang gegen das Kontrollsegment, der größer ist als die übliche Schwankung der letzten acht Wochen Beenden und Ausgangszustand wiederherstellen

Final URL Expansion lässt sich laut Google jederzeit abschalten. Schaden an der Produktaussage nimmt ein Schalter aber nicht zurück, deshalb steht die Titelprüfung oben.

Wann du den Test überspringen kannst

Der mögliche Gewinn hängt an deinem Bestand. smec sieht den größten Nutzen bei Konten mit Standard Shopping und Exact Match, während PMax mit allen Assets plus Broad Match diese Suchanfragen vermutlich schon abdeckt. Das halte ich für plausibel. Laut Google erschließt AI Max für Shopping dagegen zusätzliche Nachfrage in der mittleren Kaufphase. Belastbare unabhängige Testdaten speziell zu Shopping kenne ich nicht.

Ich würde auslassen, wenn dein Konto bereits breit abgedeckt ist, wenn dein Volumen auch Schäden unter 20 Prozent nicht zeigen würde, wenn falsche Produktaussagen rechtlich teuer werden oder wenn Gebotsstrategie oder Tracking gerade umgebaut werden. Zur Einordnung der Kampagnentypen hilft die Entscheidung zwischen PMax und Standard Shopping, für die Parallele in der Suche AI Max für Suchkampagnen.

Die Vorbereitung lohnt sich auch ohne Schalter

Solange der deutsche Feed außen vor ist, gehört die Zeit dem, was Google später aus deinen Daten liest. Bereinige Produktaussagen in Feed und Shop, denn beide sind die Grundlage der generierten Titel (Produkttitel im Shop lösen). Stelle Tracking-Vorlagen so um, dass sie {lpurl} korrekt verwenden: Eine statische URL ohne diesen Platzhalter schickt Nutzer laut Google an die feste Adresse statt an die dynamische Zielseite. Führe eine Liste mit Seiten, die nie Zielseite werden dürfen, und eine mit Aussagen, die nie in einer Anzeige stehen dürfen. Beide Listen ersparen dir Hektik, wenn die Sprachbeschränkung fällt.

Anschlussfragen

Lässt sich Final URL Expansion ohne Textanpassung nutzen?

Nein. Umgekehrt geht es: Textanpassung allein ist möglich. Final URL Expansion braucht laut Google aktive Textanpassung und die Gebotsstrategie Ziel-ROAS.

Betrifft das auch Performance Max?

Teilweise. Laut Google laufen Final URL Expansion und Formatauswahl in Performance Max bereits, die Textanpassung für Shopping-Anzeigen kommt dort hinzu. Die Tracking-Prüfung aus diesem Artikel lohnt sich deshalb auch ohne Standard-Shopping-Kampagne.

Quellen

  1. About AI Max for Shopping campaigns (beta), Google Ads Help
  2. AI Max für Shopping-Kampagnen (Beta), Google Ads-Hilfe
  3. About reporting in AI Max for Shopping campaigns, Google Ads Help
  4. Upgrade your Shopping campaigns with AI Max, Google Ads & Commerce Blog
  5. About AI Max experiments, Google Ads Help
  6. AI Max is coming to Google Shopping: Strategy & testing checklist, smec
Stefan Riemeyer

Stefan Riemeyer betreut als selbstständiger Google-Ads-Experte E-Commerce-Konten im DACH-Raum und arbeitet selbst am Konto. Zum kostenlosen Audit

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